Begrüßung

Hiermit begrüße ich Euch zu ersten digitalen Jahreshauptversammlung in der Geschichte des CVJM Waldbröl. Dass der CVJM erst 127 Jahre alt werden musste, um eine digitale Mitgliederversammlung abzuhalten, das wäre durchaus zu erwarten gewesen. Manche hätten mit der digitalen JHV vielleicht auch erst nach dem 150jährigen Jubiläum gerechnet. Wir wollen uns von Corona aber nicht völlig demotivieren lassen und nehmen die Herausforderungen dieser Zeit im CVJM an und versuchen das Beste daraus zu machen. Deshalb fällt auch die JHV 2020 nicht aus. Hoffentlich können aus der Corona Zeit Impulse für die Zukunft im CVJM entstehen.

Ich danke den Vorstandsmitgliedern (insbesondere Dirk Becher) und unserem BufDi Niklas Witthaut, die sich beide sehr für die Vorbereitung der Jahreshauptversammlung eingesetzt haben.

Geschäftsbericht

  Vor Corona – Mit Corona – Nach Corona

Nach der letzten ordentlichen Jahreshauptversammlung Ende Mai 2019 haben die Gruppen, Mannschaften und Abteilungen wie gewohnt den Sommerabschluss vorbereitet und durchgeführt. Es lief eigentlich fast alles wunschgemäß und wir konnten uns freuen, dass sich die Handballabteilung weiterhin positiv entwickelt, die Tischtennisabteilung sich stabilisiert hat und die Kinder- und Jugendgruppen gut besucht waren.

Wir haben unseren FSJ´ler Keanu Kuhn im Sommer 2019 nach einem schönen Jahr verabschiedet. Die Nachfolge haben wir erstmals mit einer jungen Frau und noch dazu mit einer Nicht-Waldbrölerin besetzt. Galina Maria Tober aus Gummersbach hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt und hat bei uns angefangen. Nach wenigen Wochen haben wir ihr FSJ nach genehmigtem Antrag in einen Bundesfreiwilligendienst verändern können. Das kam unter anderem dadurch, dass der Verein für Kinder u. Jugendliche als Kooperationspartner nicht mehr zur Verfügung stand. Nach 2 Monaten mit vollständig selbst finanzierter FSJ –Stelle konnten danach 250 EUR der monatlichen Kosten durch den staatlichen Zuschuss gedeckt werden. Inhaltlich hat sich durch die Umstellung auf ein BFD eigentlich nichts geändert. Unabhängig davon, ob es FSJ oder BFD ist, bedeutet dieses Jahr jeweils ca. 6000 EUR Kosten für den Verein. Wir sind sehr dankbar, dass immer wieder Spender gibt, so dass wir diese Kosten nicht vollständig aus den Rücklagen decken müssen. Trotzdem ist auch abzusehen, dass das Projekt FSJ/BFD zeitlich begrenzt sein wird, wenn es uns nicht gelingt, den Abbau der Rücklagen zu verlangsamen. Wir sind dankbar für die Zeit mit Galina und ihre Arbeit. Leider war es aber nur ein halbes BFD-Jahr, denn ab März 2020 wurden Galina eigentlich alle Grundlagen ihrer Arbeit entzogen. Sie hat versucht das Beste daraus zu machen und hat auf unterschiedlichen Wegen online den Zusammenhalt in den Gruppen durch verschiedene Aktionen gefördert. Aktuell haben wir als neuen BufDi Niklas Witthaut aus Grunewald. Seine Zeit wird wohl durchgehend von Corona geprägt sein, aber wir sehen schon, dass er das Beste daraus macht und er sich in den Gruppen und Mannschaften sehr schnell integrieren konnte.

Der Abschnitt „CVJM – mit Corona“ hält in unterschiedlicher Intensität seit März 2020 an. Die Arbeit wurde doch erheblich behindert und teilweise wochenlang auch ganz verhindert. Zwischenzeitlich zeigten aber die Treffen nach den Sommerferien, dass unsere Angebote trotz der schwierigen Voraussetzungen und Vorbehalte von erstaunlich vielen Teilnehmern angenommen wurden. Seit Anfang November 2020 sind die Angebote wieder ausgesetzt und wir wissen nicht, wie lange das noch dauern wird.

Im Handball lief die Saison sehr erfreulich und die 1. Seniorenmannschaft wurde Kreismeister und konnte in die Landesliga aufsteigen.

Ab dem Sommer 2019 begann auch ein Treffen von jungen Leuten aus dem Verein, denen wir zutrauen, zukünftig die Arbeit des CVJM zu prägen und nach außen zu repräsentieren. Unter dem Arbeitstitel „2030 - CVJM goes young“ hatten wir eine Zusammenkunft mit begabten und motivierten jungen Mitarbeitern und haben uns über die Ausrichtung und Arbeitsschwerpunkte des CVJM Waldbröl im Jahr 2030 unterhalten. Das Treffen erzeugte Optimusmus, weil es zeigte, dass wir einige tolle Mitarbeiter mit guten Ideen und Einsatzbereitschaft haben. Diese Treffen hätten eigentlich auch im Abschnitt „CVJM mit Corona“ fortgeführt werden können. Vielleicht reaktivieren wir es ja. Inzwischen sind mit dem neuen Teenkreis am Freitagabend und mit dem fortgeführten Jugendkreis auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzugekommen, die auch bei „CVJM goes young“ dabei sein könnten.

Eine wichtige Änderung bei den Kinder- und Jugendgruppen ist die Konzentration auf den Freitag. Es finden nacheinander ab dem Nachmittag drei verschiedene Gruppen-angebote an. Es beginnt mit der Jungenjungschar, danach der Teenkreis und am Abend der Jugendkreis. Der Hauptvorteil ist aus meiner Sicht, dass eine Vernetzung zwischen den Gruppen stattfindet und man viel besser die anderen Gruppen und deren Mitglieder in den Übergangszeit kennen lernen kann. Damit wird auch der Übergang in die nächste Gruppe erleichtert.

Krankheitsbedingt fällt Matthias Riegel momentan aus und wir wünschen ihm alles Gute, auf jeden baldige Genesung und die Hilfe und den Beistand Gottes. Diese Phase macht uns wie im vorletzten Jahr darauf aufmerksam, wie die Kinder- und Jugendarbeit ohne einen hauptamtlichen Kinder- und Jugendreferenten aussehen wird, wenn die Kirche mal aus finanziellen Gründen diese Stelle nicht mehr oder nur teilweise besetzen und finanzieren kann.

Teilweise haben die Lockdowns uns zu einer Verschnaufpause verholfen und wir konnten danach mit neuer Kraft und Motivation an die Arbeit gehen. Ein wenig haben wir aber auch die Lockdown Zeit nicht gut genug genutzt, um darüber nachzudenken, wo wir stehen und wie wir unsere Arbeit zukunftsfähig machen können. Die Corona-Zeit gibt uns eigentlich eine riesige Möglichkeit zur konzeptionellen Arbeit, zu der wir während des Tagesgeschäfts eigentlich keine Zeit haben.

Natürlich gibt es viele weitere Bereich des CVJM Lebens in Waldbröl, die wir ansprechen sollten und wir können froh sein, dass es eine vielfältige Arbeit gibt und die Mitarbeiter dafür. Ich möchte daher allen danken, dass trotz schwieriger Umstände ihren Beitrag leisten und sich einsetzen. Das macht Mut für die Zukunft. Die vielfältige Arbeit wird im Anschluss durch die eigenen Berichte der Abteilungen und Gruppen am besten dargestellt.

Die Corona-Pandemie fordert den CVJM schon im Abschnitt „CVJM mit Corona“ an den Abschnitt „CVJM nach Corona“ zu denken, zum Beispiel den Aufbruch ins digitale Zeitalter fortzuführen und zu intensivieren. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir es zukünftig nicht bei Whatsapp-Gruppen und Videokonferenzen im Vorstand, Gruppen und Abteilungen belassen sollten. Die Arbeit des CVJM lebt zwar ganz wesentlich von der persönlichen Begegnung, aber wir können uns zukünftig nicht mehr auf die bewährten Strukturen der Vereinsarbeit verlassen. Es geht darum, dass das digitale Zeitalter nicht uns im CVJM Waldbröl gestaltet, sondern dass wir Eigeninitiative und Engagement zeigen, um die Anforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters annehmen und die Arbeit im Verein danach gestalten. Es geht dabei nicht darum einer Mode hinterherzurennen, sondern die Lebensgestaltung und die Lebensgewohnheiten von jungen Menschen heutzutage wahrzunehmen und darauf mit unserer Arbeit einzugehen. Wenn wir das nicht machen, werden wir nicht mehr wahrgenommen.

Die Lebensgestaltung junger Menschen findet doch zu einem sehr hohen Anteil digital statt und für viele ist die digitale Wirklichkeit sehr real und prägt auch sehr den nicht-digitalen Teil des Lebens. Etwas überspitzt könnte man sagen, dass Kirche, Glaube und auch der CVJM bald keine gar keine Rolle mehr spielen werden, wenn Sie nicht regelmäßiger und attraktiver bei Instagram, Snapchat, TikTok, Spotify, Twitter, Pinterest, LinkedIn und Tumblr präsent sind und somit einen wichtigen Teil der virtuellen Realität der (jungen) Menschen ausmachen. Damit bekommt die aufsuchende oder nachgehende Jugendarbeit, die wir ja eigentlich auch praktizieren wollen einen neuen digitalen Aspekt. Wir werden uns auch in der hoffentlich bald anbrechenden „Zeit nach Corona“ ganz schön umstellen müssen, damit die Arbeit und die Angebote des CVJM Waldbröl für junge Menschen attraktiv bleiben und wir müssen auch neue Methoden der CVJM Arbeit entwickeln, damit wir ausreichend auf die Bedürfnisse der jungen Menschen eingehen können. Es wird nicht funktionieren, wenn wir nur auf das Ende der Corona-Pandemie hoffen, um dann endlich unsere alte Arbeit weitermachen zu können. Ich bin gespannt, welche Visionen in unserem Verein bestehen, wie die Zeit nach Corona gestaltet werden kann. Ich wünsche mir, dass uns diese Zeit keine Angst bereitet, sondern dass wir die Chancen erkennen. Wir könnten es wie das Volk Israel am Jordan vor dem Übergang ins gelobte Land machen: Vieles ist unbekannt, wir wissen nicht, ob wir gut vorbereitet sind, ob es eine gute Zeit werden wird, ob etc. etc. etc.. .... . Wir stehen an einer Schwelle zu etwas Neuen und wie das Volk Israel sollten wir auf die Zusage Gottes vertrauen in Josua 1: „Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Für das nächste Jahr wünsche ich daher allen Menschen im CVJM, dass sie sich an diese Zusage erinnern und daher mit Optimismus den CVJM weiter gestalten und voranbringen – vielleicht auch nach dem Motto wie in der Jungschar: „Mit Jesus Chrisus – mutig voran!“

Carsten Ising

2. Vorsitzender